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Virtuelle Gradationen

In der Dunkelkammer wird der Gamma-Wert eines Schwarzweißbildes durch die Wahl der Gradation des Papiers gesteuert, auf das ein Negativ abgezogen wird. Auch in ColorNeg kann der Gamma-Wert für Schwarzweißnegative, anders als für Farbnegative, bedenkenlos angepasst werden. Um eine Referenz bei der Arbeit mit Ihren Bildern zu haben, bietet sich die Verwendung definierter Gamma-Werte an. Dazu bieten wir Ihnen eine *.negpos Datei mit speziell für die Schwarzweißfotografie konzipierten Charakterisierungen an. Wir sprechen in diesem Kontext von Virtuellen Gradationen.

Virtuelle Gradationen in ColorNeg verhalten sich ähnlich zu Papiergradationen in der Dunkelkammer, jedoch nicht genau gleich. Bei der Arbeit mit verschieden gradiertem Papier führt die Wahl einer zu niedrigen Gradation zu einem flauen Abzug. Dies bedeutet, dass der Abzug entweder kein reines Weiß oder kein reines Schwarz enthält sowie in den Mitteltönen nicht ideal abgestuft ist.

ColorNeg behebt in jedem Fall das Erste der beiden Probleme. Unabhängig von der Virtuellen Gradation mit der gearbeitet wird, ist es stets möglich das volle Tonwertspektrum von Schwarz bis Weiß auszunutzen. Virtuelle Gradationen beziehen sich also auf den Kontrast, ohne die Extremwerte Schwarz und Weiß zu beeinflussen. Diese werden separat über die Regler Lichter und Schatten eingestellt, daher ist stets gewährleistet, dass keine Bereiche des Bildes zulaufen oder ausbrennen.

Die Virtuellen Gradationen sind tatsächlichen Papiergradationen fest gradierter RC Papiere nachempfunden. Um die naturgetreuste Wiedergabe der Tonwerte eines Graustufenbildes zu erlangen, muss die Bedingung Film-Gamma * Positiv-Gamma = 1 eingehalten werden. Dies hat nichts mit dem in der digitalen Welt verwendeten Gamma-Encoding zu tun, sondern bezieht sich allein auf die Charakteristika des Films. Emanuel Goldberg beschrieb diesen Sachverhalt 1922 in seinem Buch "Der Aufbau des photographisches Bildes", daher wird die oben genannte Bedingung auch als Goldberg Bedingung oder Goldbergregel bezeichnet. Beide Bezeichnungen sind nicht mehr sehr verbreitet, wir werden sie im Folgenden dennoch verwenden, um dem Sachverhalt einen einfachen Namen zu geben. Bei welcher Virtuellen Gradation die naturgetreuste Graustufenwiedergabe erzielt wird, hängt also vom Einhalten der Goldbergregel ab. Wir werden diesen Sachverhalt im Folgenden noch detaillierter betrachten. Wie in der Dunkelkammer auch, können jedoch auch die übrigen Gradationen frei nach künstlerischen Kriterien verwendet werden. Es stehen insgesamt 13 Virtuelle Gradationen zwischen 00 und 5 in halben Gradationsschritten zur Verfügung.
Vergleichen Sie den Effekt der einzelnen Virtuellen Gradationen anhand der rechts gezeigten Versionen des gleichen normal belichteten und entwickelten Negativs:
Virtuelle Gradation 00, 00½, 0, , 1, , 2, , 3, , 4, , 5.

Für das Beispiel wird die natürlichste Graustufenwiedergabe durch Verwendung der Virtuellen Gradation 2 erzielt. Sie repräsentiert den Punkt, an dem die Goldbergregel für normal entwickelte Negative gilt. Da das ideale Positiv-Gamma direkt vom Gamma-Wert des Negativs abhängt, erzielen unterschiedliche Virtuelle Gradationen die natürlichste Wiedergabe für verschieden entwickelte Negative gemäß der folgenden Liste:

Virtuelle Gradation 2 für normal entwickelte Negative (Gamma 0.62)
Virtuelle Gradation 1 für Push 1 entwickelte Negative (Gamma 0.70)
Virtuelle Gradation 0 für Push 2 entwickelte Negative (Gamma 0.85)
Virtuelle Gradation 00½ für Push 3 entwickelte Negative (Gamma 1.00)
Virtuelle Gradation 2½ für Hold 1 entwickelte Negative (Gamma 0.55)
Virtuelle Gradation 3½ für Hold 2 entwickelte Negative (Gamma 0.45)

Da alle Virtuellen Gradationen von tatsächlichen Fotopapiergradationen abgeleitet wurden, entsprechen die genannten Gradationen nicht dem exakten Punkt, an dem die Goldbergregel für die genannten Gammas zutrifft, sondern vielmehr Werten in direkter Nähe der Punkte, die Sie durch Berechnen der entsprechenden inversen Gamma-Werte ermitteln würden. In der Praxis werden Sie die aufgelisteten Gamma-Werte bei der Entwicklung ebenfalls nicht exakt einhalten.
Einige Nutzer fragten, ob es nicht am besten wäre, stets den Gamma-Wert 1 in ColorNeg für die Umwandlung von Schwarzweißnegativen zu verwenden. Die Annahme, dass dies zu einem unveränderten Graustufenbild führt ist insofern falsch, als dass der Film nicht linear arbeitet sondern meist ein Film-Gamma kleiner 1 hat. Während unter künstlerischen Kriterien nichts gegen die Verwendung der Scrollbalkeneinstellung Gamma 1 in ColorNeg spricht, sofern dies zu den gewünschten Ergebnissen führt, weisen wir darauf hin, dass ein solcher Gamma-Wert der Einstellung entspricht, die für Push 3 entwickelte Negative zur natürlichsten Tonwertabstufung führt. Dies entspricht in etwa dem Ergebnis, das durch Verwendung der Virtuellen Gradation 00½ erzielt würde. Wenn Sie diese Virtuelle Gradation zum Test auf das obige Beispiel anwenden, wird deutlich, dass dies nicht der optimale Wert für die Umwandlung normal entwickelter und belichteter Negative ist.

Um die Virtuellen Gradationen zu verwenden, laden Sie sie als *.negpos Dateien herunter.

Speichern Sie die heruntergeladene *.negpos Datei auf Ihrer Festplatte an dem Ort, den Sie auch für die übrigen Hilfsdateien verwenden und laden Sie sie mittels des entsprechenden Buttons in ColorNeg. Wenn Sie Mac OS X verwenden und nicht wissen, wo Hilfsdateien platziert werden müssen, lesen Sie bitte den entsprechenden Abschnitt des Handbuchs. Die Charakterisierungen können anschließend über den Eintrag Nutzer der Herstellerliste verwendet werden, der für Schwarzweißmaterial automatisch selektiert ist. Bitte achten Sie bei der nächsten Verwendung von ColorNeg zum Umwandeln von Farbnegativen darauf, eine geeignete Charakterisierung für Farbnegative zu wählen.

Erleben Sie ColorPerfect!
Das Warten auf die nächste Generation unserer Software hat sich gelohnt. ColorPerfect ist da. Mit dem Namen ist das meiste gesagt. ColorPerfect steht für ein höchstes Maß an Farbtreue und zugleich für unglaubliche Flexibilität in der kreativen Bildbearbeitung.
Windows Downloads
ColorPerfect ersetzt die alten Plug-ins ColorNeg, ColorPos und GamSat

Mac OS X Downloads
ColorPerfect ersetzt die alten Plug-ins ColorNeg, ColorPos und GamSat

ColorPerfect 64-Bit (Win)
Am 28.04.2010 haben wir ColorPerfect 1.04.1 um eine 64-Bit-Version ergänzt. Damit werden unter Windows Vista 64-Bit und Windows 7 64-Bit die 64-Bit-Versionen von Adobe Photoshop CS4 und CS5 sowie PhotoLine (ab 16.0) nun direkt unterstütz.
ColorPerfect 1.04
Am 02.03.2010 haben wir ColorPerfect 1.04 ver- öffentlicht. Die neue Version kann direkt auf Bilder mit 8-Bit / Kanal, z. B. auf JPEG-Dateien aus Digitalkameras sowie auf Schwarzweißvorlagen angewandt werden.
Außerdem wurde der Algorithmus zur Kompression der Lichter überarbeitet und wesentlich verbessert.
ColorPerfect 1.03
Am 26.10.2009 haben wir ColorPerfect veröffentlicht. ColorPerfect verarbeitet alle Arten von Fotos: Negative, Dias, Digitalkamerabilder. ColorPerfect arbeitet anders als frühere Farbsysteme. Sie werden sich zunächst kurz einarbeiten müssen, dabei unterstützt Sie das neue Hilfesystem im Plug-in. Nachdem Sie mit ColorPerfect vertraut sind, werden Sie begeistert sein.