Lineare Scans mit Nikon Scan 4.0 erstellen
Um geeignete Scans mit Nikon Scan 4.0 herzustellen, müssen zunächst zwei generelle Einstellungen im Optionsmenü der Software vorgenommen werden.

Zum einen muss die Gamma-Einstellung von ihrem Standardwert 2,2 auf 1,0 (lineares Gamma) verändert werden. Anschließend muss in der Kategorie Farbmanagement das Nikon-Farbmanagement deaktiviert werden. Sie können des Weiteren noch die Einstellungen für Einzelscan und Stapelscan überprüfen. Empfehlenswert ist für beide der Autofokus vor dem Scannen sowie die Automatische Belichtungssteuerung für Positivfilm. Das automatische Speichern des Scans auf dem Datenträger ist ebenfalls empfehlenswert. Alle übrigen Einstellungen sollten auf Ihren Standardwerten belassen werden. Insbesondere die Farbeinstellungen. Damit die Einstellungen wirksam werden, muss die Software neu gestartet werden.
Optionen für den Scan
Nach dem Neustart muss zum Scannen unbedingt der Modus für Farbdias gewählt werden. Im Bereich Bildgröße/Auflösung wird nun die gewünschte Auflösung eingestellt. Wenn zwecks Archivierung gescannt wird, empfiehlt sich die maximale vom Scanner unterstützte physikalische Auflösung, hier 4.000 dpi.
Digital ICE, die Funktion zum Entfernen von Staub und Kratzern, kann aktiviert werden, sie hat keinen negativen Einfluss auf das Ergebnis. In vielen Fällen ist die Aktivierung für Farbnegative empfehlenswert, da so der spätere Retuscheaufwand erheblich reduziert wird. Digital ICE kann nicht für Schwarzweißvorlagen verwendet werden.
Die wichtigsten Einstellungen befinden sich im Bereich Scanner-Extras. Hier kann die Farbtiefe des Scans pro Kanal gewählt werden. Bei der aktuellsten Generation von Nikon Scannern ist die maximal mögliche Farbtiefe 16-Bit/Kanal, bei der vorherigen 14-Bit/Kanal, was ebenfalls ausreichend ist. Bei den professionellen Geräten kann darüber hinaus der Mehrfachscan aktiviert werden. Diese Option kann zur Maximierung der Qualität eingesetzt werden. Dies ist für Negative allgemein empfehlenswert, da die Details der hellen Bildpartien durch die dichtesten Bereiche des Negativs repräsentiert werden, in denen bei einfacher Abtastung oft vermeidbares Rauschen auftritt.
Analogverstärkung zur Verbesserung der Qualität
Eine Besonderheit der Nikon Coolscan Reihe ist die Möglichkeit hardwaremäßig die Lichtintensität / Belichtungsdauer für einzelne Farbkanäle einzustellen, was Analogverstärkung genannt wird. Hiermit können Sie die orangefarbene Maske des Negativs bereits beim Scan erheblich reduzieren bzw. ganz eliminieren. In einem typischen linearen Farbnegativscan ist der Blaukanal mehr als 2 Lichtwerte dunkler als der Rotkanal und der Grünkanal oft mehr als 1 Lichtwert. Für moderne Scanner mit 16-Bit/Kanal ist dies oft belanglos für die spätere Negativumwandlung da noch immer genug Detail zur Verfügung steht. Für ältere Scanner mit 14-Bit/Kanal oder nur 12-Bit/Kanal kann durch Angleichung der Helligkeiten vor der Analog-Digitalwandlung jedoch eine Steigerung der Qualität erzielt werden. Wenn wir davon ausgehen, dass der Blaukanal der am wenigsten detaillierte Teil des Scans ist, können wir feststellen, dass dieser auf das Niveau eines Scans mit 2-Bit/Kanal mehr Präzision angehoben werden kann. Anzumerken ist dabei, dass die Lampenhelligkeit oft gar nicht weiter gesteigert werden kann, es erfolgt dann eine Verlängerung der Belichtungszeit, die den Scan verlangsamt. Wenn Ihnen der maximale Wert von 2 für den Blaukanal nicht genügt, können Sie diesen mit einem positiven Wert für RGB und einem numerisch gleichen aber negativen Wert für Rot weiter steigern. Die Verwendung dieser Option bedarf in jedem Fall einige Tests.
Beseitigung von Streifen im Scan z. B. für den Nikon Coolscan LS-8000
Beim Scannen mit dem LS 8000 ED, ist es erforderlich die Option Extra-fein scannen unter den Scanner-Extras zu aktivieren, bei der nur eine der drei CCD-Zeilen zum Abtasten der Vorlage genutzt wird. Dies macht den Scan zwar langsamer, behebt jedoch das leidige Problem der Streifenbildung, das gerade bei Negativvorlagen besonders häufig auftritt. Falls Streifen in den dunklen Bereichen des Negativs, also den hellen Bereichen des späteren Positivs auftreten, ist dieses Vorgehen die Lösung. Aufgrund der Häufigkeit des Problems scannen wir mit unserem LS 8000 ausschließlich im Modus Super Fine. Für die Scanner der aktuellen Generation scheint Nikon dieses Problem endlich behoben zu haben, so dass der Modus Super Fine auch für Negative nicht länger nötig ist und die volle Geschwindigkeit der Scanner ohne dramatische Qualitätseinbußen genutzt werden kann. Das Beispielbild ist ein kleiner Ausschnitt aus einem Schwarzweißnegativ mit recht dichten Partien, die im gezeigten Positiv den Himmel bilden.
Schwierigkeiten mit dem SA-21 Filmstreifenadapter
Uns wurde berichtet, dass bei Verwendung des SA-21 Filmstreifenadapters ausschließlich der Modus für Farbnegative und nicht wie benötigt der Modus für Farbdias gewählt werden kann. Eine Möglichkeit dieses Problem zu umgehen, ist die Verwendung des MA-21 Dia-Adapters in Kombination mit einem FH-3 Filmhalter. Der FH-3 Filmhalter ist jedoch meist nicht im Lieferumfang des Scanners enthalten und muss separat angeschafft werden. Wir konnten dies nicht weiter verfolgen, doch da es sich bei dem geschilderten Problem wahrscheinlich um eine Frage der Software handelt, könnte es lohnenswert sein zunächst zu prüfen, ob VueScan Professional oder SilverFast ebenfalls die Verwendung des SA-21 im Positivmodus unterbinden, sofern Sie bereits eines der Beiden Softwareprodukte besitzen.
Unterstützte Scanner
NikonScan 4.x unterstützt die folgenden Scanner: Nikon Super Coolscan LS-4000 ED, Nikon Super Coolscan LS-5000 ED, Nikon Super Coolscan LS-8000 ED, Nikon Super Coolscan LS-9000 ED, Nikon Coolscan IV (LS-40) und Nikon Coolscan V (LS-50). Ältere Scanner, wie z. B. der Nikon Coolscan LS-2000 oder der Nikon Coolscan III (LS-30) benötigen frühere Versionen von NikonScan. Alternativ können alle diese Scanner mit VueScan Professional betrieben werden.

