Lineare Scans mit Hasselblad / Imacon FlexColor erstellen
FlexColor scheint, wenn der für den Scan zu verwendende Gamma-Wert auf 1,0 gesetzt wird, eine unerwünschte Kompensation vorzunehmen, die zu einer gestörten Wiedergabe der Schattenpartien des Scans führt und Ursache für inakzeptable Ergebnisse bei der Umwandlung von Negativen mit ColorNeg ist. Um dieses Problem zu umgehen, muss das *.fff (3F) RAW-Format der Imacon Software genutzt werden. Um die resultierenden *.fff Dateien mit Photoshop zu öffnen, wird das Imacon 3F.8bi Plug-in benötigt, dieses können registrierte Hasselblad Nutzer kostenlos auf Hasselblads Webseite herunterladen.
Es hat sich herausgestellt, dass die Bilddaten aus den mit dem nachfolgend beschriebenen Workflow erstellten 3F-Dateien beim Öffnen in Photoshop nicht linear sind. Dennoch sind diese gut für ColorNeg geeignet, wenn sie vor der Weiterverarbeitung mit unserem Hilfsplug-in Scantik, das dem ColorNeg Paket beiliegt, linearisiert werden. Wir konnten dies für einen PC-basierten Workflow testen und feststellen, dass in Scantik der Gammawert 2,2 zur Linearisierung verwendet werden muss. In der Vergangenheit war uns aus glaubwürdiger Quelle berichtet worden, 3F-Dateien enthielten tatsächlich lineare Bilddaten. Ob es ein anderes 3F.8bi Plug-in gibt / gab, mit dem diese in Photoshop auch als solche importiert werden können oder ob dies unter OS X anders ist als unter Windows, ist uns aktuell unbekannt. Unter OS X wäre es ebenfalls denkbar, dass zur Linearisierung in Scantik ein Gammawert von 1,8 spezifiziert werden muss. Wir bitten daher FlexColor Nutzer, insbesondere Nutzer von FlexColor unter OS X, zur Kontaktaufnahme, damit diese Fragen geklärt werden können.
Grundeinstellungen als Profil ablegen
Um geeignete Scans zu erstellen, müssen Sie zunächst einmalig ein neues Profil anlegen, beispielsweise mit dem Namen "Linearer Scan". Anschließend nehmen Sie folgende Einstellungen vor und speichern das Profil.

Palette Allgemein
- Modus: RGB 16 bit
- Defokusieren: 0
- Anpassungsfähiges Licht: 0
- Filmtyp: Positiv
- Schattenzeichnung erhöhen: Aus
Palette Kontrast
- Kontrast: 0
- Helligkeit: 0
- Mittelton (Gamma): 1
- Schattentiefe: 0
Palette Schärfung
- Alle: Aus
Palette Farbkorrektur
- Aktiv: Aus
Palette Auto
- Automatisch % (beide): 0
- Farbstich entfernen (beide): Aus
Palette ColorSync / ICM
- Profil einbinden: Aus
- Konvertieren: Aus
Scannen des Negativs
Wie bereits erwähnt, müssen die linearen Scans im 3F-Format erzeugt werden. Wählen Sie dazu aus dem Menü File den Eintrag Scan 3F. Das 3F Scan Kontrollfenster öffnet sich. Wählen Sie in diesem als Filmtyp "Positiv" und unter Setup die zuvor abgelegten Einstellungen mit dem Namen "Linearer Scan". Deaktivieren Sie die Funktion "Auto Stufen" (Auto Levels) und klicken Sie auf den Button Scannen, um den Scan durchzuführen und als 3F-Datei abzulegen.
ACHTUNG: Der auf diesem Weg erzeugte Scan ist wahrscheinlich nach dem Öffnen in Photoshop nicht linear, sondern wird vor der Ausgabe auf das Windows System Gamma von 2,2 angepasst. Vor der Negativumwandlung muss der Scan mit unserem Hilfs-Plug-in Scantik unter Angabe des Gamma-Wertes 2,2 konvertiert werden, um das Gamma-Encoding rückgängig zu machen und eine zur Weiterverarbeitung geeignete lineare Datei zu erzeugen. Scantik ist dem ColorNeg Paket beigefügt. Wir haben FlexColor nicht unter Mac OS X getestet, es ist jedoch denkbar, dass dort Gamma 1,8 bei der Ausgabe der Daten verwendet wird.
FlexColor kann mit Hasselblads sogenannten virtuellen Trommelscannern Hasselblad Flextight X1 und Hasselblad Flextight X5 sowie mit älteren Modellen, wie z. B. Imacon Flextight 949, Imacon Flextight 848, Imacon Flextight 646, Imacon Flextight 343, Imacon Flextight Precision II und Imacon Flextight verwendet werden.
Abschließend möchten wir unserer Lizenznehmerin Frau Daniela Wagner sowie der Firma Monochrom-Berlin herzlich für die Bildschirmfotos danken, die diese neue, nun auf die deutsche Flexcolor Fassung bezogene, Anleitung ermöglichten.

